Kilimanjaro, Kaffee und Kolonialismus - Reiseverlauf

Moshi - große Moschee
Moshi - große Moschee

1. Tag (Sonntag): Anreise

Ihre Reise beginnt mit der von Ihnen selbst organisierten Fahrt zum Abflughafen in Deutschland und dem Flug nach Tanzania. Alle Informationen zu Gesundheitsvorsorge und Visavorschriften, zu Ihrem Flug und den Einreiseformalitäten erhalten Sie rechtzeitig von uns. Abends kommen Sie am Kilimanjaro International Airport, etwa 35 Km außerhalb Moshis, an. Von dort fahren wir erstmal ins Hotel.

 

2. Tag (Montag): Ankunft in Tanzania

Nach der langen Reise beginnen wir gemütlich: im großen grünen Garten des Hotels lernen Sie Ihre Mitreisenden kennen und werden über etwaige Änderungen im Programmablauf informiert. Ein erster kleiner Rundgang macht Sie mit der Stadt Moshi bekannt, dem Zentrum von Kaffeehandel und Bergsteigertourismus am Fuße des Kilimanjaro. Vielleicht lösen sich die Wolken schon in den frühen Abendstunden auf, und wir bekommen den Berg zu sehen...

 

3. Tag (Dienstag): Stadtführung und Einführungen Tanzania, Kiswahili

Den Vormittag verbringen wir wieder in Moshi - diesmal mit einem einheimischen Stadtführer. Wir werden den Markt besuchen, den zunehmend verfallenden, aus der deutschen Kolonialzeit stammenden, ehemaligen Bahnhof und weitere Stätten. Nachmittags erhalten Sie von Ihrer Reiseleitung eine Einführung in Geschichte und Gegenwart Tanzanias. Danach werden wir Sie im Schatten der Bäume unseres Hotels mit der Landessprache Kiswahili vertraut machen und Ihnen einige nützliche Begriffe der Sprache vermitteln. 

Kaffee - Gold des Kilimanjaro
Kaffee - Gold des Kilimanjaro

4.  Tag (Mittwoch): Kaffeehandel, Weltmarkt und die Chancen des Fair Trade

Nach einer Einführung in die Prinzipien des Fairen Handels durch die Reiseleitung erläuern uns Mitarbeiter der Kilimanjaro Kaffeebauern-Kooperative KNCU die Hintergründe der Kaffeewirtschaft am Kilimanjaro. Wir erfahren, wie der Kaffeeweltmarkt funktioniert, welche Auswirkungen er auf das Leben der Menschen am Kilimanjaro hat und ob der 'faire Handel' eine sinnvolle Alternative darstellt. Bei einer Führung bekommen wir die unterschiedlichen Stufen der Verarbeitung und Vermarktung des Kaffees zu sehen.

 

5. Tag (Donnerstag): Coffee Tour und die Auswirkungen des Tourismus 

Etwa eine dreiviertel Stunde dauert die Fahrt nach Uru, einer kleinen Gemeinde am Berghang. Dort treffen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kooperative KNCU, die uns durch Bananenhaine und Kaffeefelder von Kleinbauern führen und uns über Kaffeeanbau und die Arbeitsweise der Kooperative informieren. Wir erfahren, wie Kaffee geerntet und verarbeitet wird – und trinken schließlich unseren selbst gerösteten Kilimanjaro-Kaffee!

Nach der Tour beschäftigen wir uns mit einem weiteren wichtigen Wirtschaftsfaktor: dem Tourismus, mittlerweile der wichtigste Devisenbringer Tanzanias. Doch profitiert auch die lokale Bevölkerung davon? Wir treffen Mitarbeiter des Kilimanjaro Porters Assistance Project, das sich für die Belange der im Bergtourismus beschäftigten Träger einsetzt. Sie berichten uns von ihren Arbeits- und Lebensbedingungen, von denen die meisten Bergtouristen nichts erfahren. Und davon, wie sie die Situation durch ihr Projekt verbessern.

 

6. Tag (Freitag): Vorkoloniale Geschichte am Kilimanjaro

Die Geschichte Tanzanias beginnt nicht mit der Eroberung und Kolonisierung durch die Deutschen! Im Gespräch mit einem lokalen Fachmann erfahren wir von der reichen vorkolonialen Geschichte der Region.

Die Nichtregierungsorganisation Nafgem berichtet und von der Situation von Frauen in der Region - und von ihrer Arbeit gegen Genitalverstümmelung und anderen Formen von Gewalt gegen Frauen.

Um die Maasai, denen wir auf der Reise ständig begegnen, ranken sich viele Mythen und Wunschbilder. Doch wer sind diese sagenumwobenen Maasai eigentlich? Wie sieht deren Leben tatsächlich aus? Vor welchen Herausforderungen stehen sie? Und welche Herausforderung stellen sie für die tanzanische Gesellschaft dar?

Blick auf Same
Blick auf Same

7. Tag (Samstag): Same. Eine ländliche Kleinstadt in Tanzania

Die Fahrt nach Same dauert etwa eine Stunde. Die kleine Stadt liegt am Rande der trockenen Maasai-Steppe und am Fuße der Pare Berge; der Mkomazi Nationalpark ist nur wenige Kilometer entfernt. Nach dem Einchecken ins Hotel haben wir die Möglichkeit, Same etwas kennen zu lernen.

Nachmittags treffen wir uns zu einer Zwischenauswertung der Reise und beschäftigen uns mit den Möglichkeiten und Grenzen der interkulturellen Begegnung.

 

8. Tag (Sonntag): ein freier Tag in Same

Der freie Sonntag bietet die Möglichkeit zum Ausruhen und Verarbeiten der Erlebnisse. Aber auch Ausflüge sind möglich: Der Mkomazi Nationalpark ist von Same aus schnell zu erreichen, auch der nahe gelegene Ruvu River ist einen Ausflug wert. Die Ausflüge sind fakultativ; Kosten sind nicht im Reisepreis inbegriffen.

In den Pare Bergen
In den Pare Bergen

9. Tag (Montag): SMECAO, ländliche Entwicklung, Ressourcenschutz und HIV/AIDS

Heute lernen wir unsere Gastgeber der nächsten Tage kennen: die kleine Organisation SMECAO, mit der wir seit 1995 befreundet sind. SMECAO setzt sich unter anderem für den Schutz der natürlichen Ressourcen und für ländliche Entwicklung ein. Wie sie das machen, werden sie uns erzählen!

Mit einer Mitarbeiterin der katholischen Kirche sprechen wir später über die Ausbreitung von HIV/AIDS in der Region und die Programme von Staat und Kirche.

 

10. Tag (Dienstag): Besuch in den Pare Bergen

Nur etwa eine Stunde dauert es mit dem Allrad-getriebenen Geländewagen vom trockenen Same in die fruchtbaren, kühlen Berge. In einem kleinen Ort werden wir mit SMECAO-Mitarbeitern und Vertretern des Ortes die Lebensbedingungen in den relativ abgeschiedenen Bergen kennen lernen. Wir werden viel zu Fuß sein, aber keine ausgedehnten Wanderungen unternehmen. Hier werden wir in Privathäusern unter den sehr einfachen Bedingungen des ländlichen Tanzania übernachten.

Markttag
Markttag

11. Tag (Mittwoch): Zweiter Tag in den Pare Bergen

Gemeinsam mit den SMECAO-Mitarbeitern werden wir verschiedene Projekte ländlicher Entwicklung in den landschaftlich beeindruckenden Bergen kennen lernen. Die Auswahl der Projekte treffen SMECAO und unsere Gastgeber für uns. Hier erfahren wir an konkreten Beispielen, wie SMECAO arbeitet, wie Unterstützung ländlicher Entwicklung gelingen kann. Und das Ganze in einer wunderschönen Berglandschaft!

 

12. Tag (Donnerstag): Fahrt über Same nach Bagamoyo

Mit den Geländewagen fahren wir zurück nach Same, wo wir mit einem Bus zum nächsten Ziel der Reise aufbrechen: Bagamoyo. Die Fahrt führt vorbei an scheinbar endlosen Sisal-Plantagen und den Usambara-Bergen, zahlreichen Städtchen und Dörfern. Unterwegs ändern sich Landschaft und Klima: Es wird grüner, wärmer und feuchter. Am späten Nachmittag erreichen wir Bagamoyo am Indischen Ozean, eine kleine Stadt mit reicher Geschichte.

Den Abend nutzen wir, um das Erlebte zu besprechen. Armut und Entwicklung werden uns beschäftigen; auch wollen wir uns mit der Frage unserer eigenen Verantwortung auseinandersetzen: Müssen wir 'helfen'? Können wir das überhaupt? Und was bedeutet 'Hilfe'?

Erholung am Strand
Erholung am Strand

13. Tag (Freitag): Bagamoyo - Kolonialismus, Sklavenhandel und Missionierung

Bevor die deutsche Kolonialmacht Ende des 19. Jahrhunderts Bagamoyo zu ihrer Hauptstadt machte, war die Stadt Ausgangs- und Endpunkt großer Handelskarawanen. Hier war auch der Ort, an dem viele versklavte Menschen das afrikanische Festland für immer verlassen mussten und über die Zwischenstation Zanzibar auf den Weg ins Ungewissse gezwungen wurden. Bagamoyo war aber auch Ausgangspunkt von europäischen Forschungsreisen und Missionierungsexpeditionen. 

Mit Hilfe eines Stadtführers zeichnen wir beim Besuch der historischen Gebäude diesen Teil der Geschichte nach; wir fragen nach Ursachen des Kolonialismus und danach, wie dieser noch heute das Denken und Handeln im Nord-Süd-Verhältnis beeinflusst.

 

14. Tag (Samstag): Ein freier Tag am Indischen Ozean

Der freie Samstag bietet die Möglichkeit zum Ausruhen und Verarbeiten der Erlebnisse – aber auch zum Baden im Indischen Ozean, zu einer kleinen Radtour oder zur Bootsfahrt in ein nahe gelegenes Flussdelta.

Straßenszene in Dar es Salaam
Straßenszene in Dar es Salaam

15. Tag (Sonntag): Dar es Salaam - eine Stadt im rasanten Wandel

Die letzte Station der Reise ist das etwa 80 km südlich von Bagamoyo gelegene Dar es Salaam, die größte Stadt Tanzanias und eine der zehn am schnellsten wachsenden Städte der Welt. Nach einer kurzen Einführung werden wir zwei unterschiedliche Stadtviertel der Innenstadt besuchen. Zunächst die eigentliche Innenstadt, das in der Kolonialzeit geplante, beschauliche 'indische Viertel'. Danach geht’s nach Kariakoo, einem lebendigen, vom Handel geprägten Stadtteil mit arabischem Einfluss.

 

16. Tag (Montag): Abschied aus Dar es Salaam und Rückflug

Nach der 'indischen' Innenstadt und dem arabisch beeinflussten Kariakoo geht es am letzten Tag nach Mwenge, einem typischen, eher Mittelschicht-geprägten Stadtteil, der ein Nebeneinander unterschiedlicher wirtschaftlicher Aktivitäten bietet: vom klassischen Gemüsemarkt über Kleinhandel und auf der Straße betriebenen Friseur- und Schönheits-Dienstleistungen bis hin zum modernen Supermarkt.

Nach Mittagessen und gemeinsamer Auswertung der Reise begleiten wir Sie dann zum Julius Nyerere International Airport von Dar es Salaam, wo Sie Ihren Rückflug nach Deutschland antreten.

 

17. Tag (Dienstag): Ankunft in Deutschland

Eine hoffentlich spannende Reise mit vielen Eindrücken und Information ist zu Ende.

 

Da wir keine touristischen Routineangebote buchen, sondern Menschen aus verschiedenen Zusammenhängen begegnen, kann es - bedingt durch deren Zeitplanungen - zu kurzfristigen Änderungen im Programmablauf kommen.